Diverses Material zum Film

Alles was zu dem Film gehört, bitte hier rein schreiben...

Diverses Material zum Film

Beitragvon Christian » Donnerstag, 17. November 2016, 17:43:11

Ich möchte in diesem Thema verschiedenes Material posten (Videos, Bilder, Interviews)

Hier nochmal ein Interview mit Vaclav Vorlicek in einer tschechischen Talkshow am Ende des Interviews erzählt er auch Anekdoten zu 3HfA.

https://www.youtube.com/watch?v=OozHeHIKw5I
Schwester: "Was ist das?" Verrückte: "Christoph Columbus, ...kommt hier stückweise an!" (aus Saxana)
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Re: Diverses Material zum Film

Beitragvon Erlenkoenig » Freitag, 23. Dezember 2016, 20:13:25

In einem Interview mit der dpa hat Aschenbrödel-Darstellerin Libuse Safránková nun über das Erfolgsrezept des Films gesprochen.

"Der Schnee, er hat dem Märchen seine Reinheit gegeben", sagt die 63-jährige Schauspielerin. In jedem alten Märchen steckten die Anleitung zum mystischen Weg und der Schlüssel zur geistlichen Entwicklung: "Die Kinderseele kann es wahrscheinlich auf eine bestimmte Weise herausfühlen und bis ins Erwachsenenalter mit sich nehmen."
Mehr zu lesen:
http://www.spiegel.de/panorama/libuse-s ... 27301.html
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Re: Diverses Material zum Film

Beitragvon Christian » Montag, 02. Januar 2017, 19:59:43

Pavel Trávníček wird mal wieder Vater

https://www.youtube.com/watch?v=xzkGpTHe5jw
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Re: Diverses Material zum Film

Beitragvon Christian » Samstag, 04. Februar 2017, 19:51:12

Ich habe nochmal die MDR Doku hochgeladen.
Diesmal ist sie in HD.

https://youtu.be/noGEcrJb4f8

die finde ich sehr sehenswert, weil umfangreich
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Re: Diverses Material zum Film

Beitragvon Christian » Mittwoch, 12. April 2017, 11:10:11

Der Regisseur des Films gab mal wieder ein Interview.

http://www.lidovky.cz/dockaji-se-tri-or ... ultura_hep
hier ist die Übersetzung:

Wird es eine norwegische Neuverfilmung der „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ geben? Warum nicht, sagt der Regisseur Vorlíček
Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, Das Mädchen auf dem Besenstiel, Arabela, Der fliegende Čestmír, Der Prinz und der Abendstern ….
Der ungekrönte König der tschechischen Märchen, Václav Vorlíček, kann sich Filme zuschreiben, ohne die sich schon seit Jahrzehnten Zuschauer
in Tschechien und auch weiteren Ländern Europas Weihnachten nicht mehr vorstellen können. Sein legendäres Aschenbrödel hatte schon vor mehr als vierzig Jahren Premiere, jetzt erlebte es seine digitale Version, und es erwartet auch eine norwegische Neuverfilmung. Seinem Autor geht es zwar schon ein wenig auf die Nerven, trotzdem stellt sich Václav Vorlíček darauf ein, dass sich zu den acht Märchen, die er gedreht hat, vielleicht bald ein neuntes gesellen wird. Eine Goldhaarige nach seinen Vorstellungen hat er aber bislang noch nicht gefunden.

Geht Ihnen denn Aschenbrödel nicht schon ein wenig auf die Nerven, nach diesen vielen Jahren, wenn Sie jetzt alle ständig noch danach fragen?
Klar, das können Sie sich doch vorstellen! Nach der Erfahrung mit der wir vor ein paar Jahren das vierzigjährige Jubiläum der Premiere gefeiert haben, habe ich mir gesagt, dass es nun wirklich reicht. Aber ich bin froh, dass es diesen Film gibt und dass er immer noch lebt.

Auf alle Fälle ist das ein unglaublicher Erfolg, dass Ihr Aschenbrödel noch nach über vierzig Jahren nach der Premiere weiterhin seine Zuschauer hat, und das nicht nur bei uns, sondern auch anderswo in Europa. In Norwegen haben doch Zuschauer vor dem Gebäude des Fernsehens demonstriert, als die Führung beschlossen hatte, es aus dem Programm zu nehmen …
Ja, das ist passiert. Die Norweger würden auch gerne von uns die Rechte für eine Wiederverfilmung von Aschenbrödel bekommen, und zwar dass sie den Film selbst mit norwegischen Schauspielern drehten. Ursprünglich wollten sie, dass ich mich dem selbst annehme, aber ich hatte mir fest vorgenommen, dass ich nie mehr einen Winterfilm drehen werde, so dass ich mich irgendwie herausreden musste. Aber sie sagten, dass ich dann wenigstens eine Art Aufsicht übernehmen sollte. Ich fragte, was das denn bedeuten würde. Ich sollte dort gewissermaßen nur anwesend sein und beim Drehen zusehen. Aber da wäre ich mir wie ein Kontrolleur vorgekommen, nach dem ein norwegischer Kollege ständig schielt, um zu sehen, ob er das gut oder schlecht macht. Ich wäre mir blöde vorgekommen und hätte mich auch gelangweilt. Aber das wäre doch töricht einen Film zu drehen, den ich schon einmal gemacht habe. Ich habe ihn so gedreht, wie ich ihn damals gesehen habe. In dieser Gestalt ist er bis heute und wird bestimmt auch die norwegische Version überleben. Ich habe ihnen auch gesagt, dass sie so ein Aschenbrödel schwer auftreiben werden.

Aber Ihre Zustimmung haben Sie ihnen gegeben?
Sicher, sollen sie es ruhig auf ihre Art machen. Ich habe meine Arbeit gemacht und wasche meine Hände in Unschuld.

Wie hat Ihnen die digitalisierte Fassung gefallen, die die NFA (Nationales Film-Archiv) hergestellt hat?
Bis auf einige Kleinigkeiten bin ich damit zufrieden. Die Körperfarben verlieren sich da ein wenig – es gibt da eine Aufnahme des Königs und der Königin, in der der König die normale Farbe hat, und neben ihm sieht die Königin aus, als sei sie schon vier Tage lang tot. Ein Graugrün, eine derart auffällig unterschiedliche Farbe. Aber sonst habe ich nichts zu beanstanden.
Haben Sie sich an dieser Digitalisation irgendwie beteiligt?
Überhaupt nicht. Sie haben mir nur angekündigt, dass das durchgeführt wird, und dann wurde ich zur Vorführung eingeladen.

Hätten Sie denn Interesse, sich an einer Restaurierung zu beteiligen?
Das ist nicht meine Arbeit. Das wäre eher eine Aufgabe für einen Kameramann. Aber in eine nachträgliche Bearbeitung werde ich nicht hineinreden; davon verstehe ich nichts. Ich weiß, was man erreichen will, nämlich dass der Film so weit wie möglich der ursprünglichen Fassung entspricht, damit er für die Zukunft erhalten bleibt. Auf diese Weise wird der Film ewig, denn Celluloid altert und kann sogar zerfallen. Aber durch die Digitalisierung entsteht eine bleibende Gestalt, die unveränderlich ist, also sofern nicht jemand an der Kassette mit irgendeinem starken Magneten vorbeigeht.

Haben Sie das Gefühl, dass es gelungen ist, den Film in die naturgetreueste Form der Premiere zu bringen?
Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie vor vierzig Jahren die Premieren-Aufführung im Kino aussah. Das könnte eher der Kameramann, aber der ist schon seit einigen Jahren tot. Die Digitalisation ist dadurch verdienstvoll, dass der Film jetzt seine endgültige Gestalt bekommen hat. Er wird sich nicht mehr ändern, während das Original mit der Zeit mürbe wird und zerfällt … So etwas ist mir einmal passiert, als ich gerade mal sechzig Jahre alt war und man mir im Kino Pyramida eine Vorführung widmete. Ich sollte mir einen Film aussuchen, den ich dort gerne hätte sehen wollen. Da habe ich mir „Wie soll man Dr. Mráček ertränken?“ ausgesucht, und dazu noch meinen Absolventen-Film „Direktiva“. Als der Projektor anlief, liefen die Bilder durch, und plötzlich ein Riss! Auf der Leinwand war zu sehen, dass der Film gerissen war. Der Vorführer setzte den Streifen neu ein – und er riss wieder! Das wiederholte sich insgesamt dreimal, so dass ich den Film nicht gesehen habe. Erst nach vielen Jahren, als mein Enkel an der FAMU studierte, fand er dort im Archiv diesen Absolventenfilm des Opas Vorlíček. Und das war eine tadellose, gerichtete Kopie. Sie hatten den Filmstreifen zusammengeklebt und damit die perfekte Kopie ermöglicht.

Was hat denn Ihr Enkel zu diesem Film gesagt?
Dass er für die damalige Zeit gewagt war. Und das stimmt; hätte ich doch deswegen beinahe die Staatsprüfung nicht bestanden. In diesen Tagen war nämlich die Prüfungskommission total verängstigt. Es waren nämlich alle Parteigenossen, und in Ungarn hatten sie angefangen Kommunisten aufzuhängen. Es sind dort die Russen eingefallen, haben alles zerschossen und den Aufstand niedergeschlagen, der da entstanden war. Unsere Kommission hatte Angst bekommen, dass mein Film provokativ wäre, so dass ich gerade noch durchgerutscht bin, indem sie mir die Drei gaben. Dabei war ich während des ganzen Studiums der Jahrgangsbeste gewesen. Ich hatte nämlich schon Berufserfahrungen, nicht als Regisseur, aber als Assistent in Barrandov. So habe ich mich also gefreut, dass dieser Film erhalten geblieben war.

Um was ging es in diesem Film „Direktiva“?
Dieser Film war damals absolut politisch. Er illustrierte unser chaotisches sozialistisches Leben. Es war eine Komödie darüber, dass ein Mensch ins Ausland fahren sollte, aber jemand hatte irgendwo irgendetwas über ihn gesagt, und der hatte sich so und so ausgedrückt, und die Funktionäre hatten sich entschieden, dass sie ihn besser nirgendwo hinschicken … Es war eine Reflexion darüber, dass wir nicht reisen durften. Dieser Mensch, die Hauptfigur, sollte schon vom Bahnhof abreisen, aber sie zogen ihn aus dem Waggon und sagten: „Nein, nirgendwohin wirst du fahren …“ Und dabei sollte es nur eine Reise nach Warschau sein, aber auch dorthin zu kommen war damals schon ein Problem. Es war einfach ein Klamauk. Aber es gelang mir dafür gute Schauspieler zu bekommen. Es spielten mit
Vlastimil Brodský, Miloš Kopecký, Zdeněk Dítě. Obwohl das ein Studentenfilm war, für den man sonst nur schwerlich Schauspieler auftreiben konnte, weil die Schule sie normalerweise nicht bezahlen konnte. Aber weil das alles durchwegs Freunde waren, so sagten sie zu und spielten für mich ohne Bezahlung.

Und später, als Sie Aschenbrödel drehten, hatten Sie doch diese Probleme nicht mehr, oder?
Vor Aschenbrödel hatte ich schon zwei Komödien gedreht, „Wer will Jessie töten?“ und „Das Ende von AgentW4C“, für die lange Schlangen anstanden und die in alle möglichen Länder Europas und der ganzen Welt verkauft wurden. So spielten die Schauspieler meine Rollen gerne, weil sie wussten, dass ich Humor gestalten konnte.

Wie geht das, dass ein Schöpfer erfolgreicher Komödien ein Märchen über Aschenbrödel dreht?
Nach dem Film „Mein Herr, Sie sind eine Witwe“ habe ich „Das Mädchen auf dem Besenstiel“ gedreht, ein modernes Märchen, das in die Sommersaison traf und in Sommerkinos gespielt wurde, wo es manchmal 1500 Menschen auf einmal sahen … Der Film hatte eine prächtige Resonanz, Menschen aus Prag fuhren hinaus nach Kladno ins Sommerkino, um ihn zu sehen. So zeigte es sich, dass ich wohl auch Märchen kann und dank des Erfolges dieses Films sprachen sie mich von Barrandov aus an, dass sie eine Bearbeitung des Märchens der Němcová über Aschenbrödel hätten und dabei nicht wissen, wem sie diese übergeben sollten. Konkret waren es Marcela Pittermanová und Ota Hoffman, die eine Schöpfer-Gruppe hatten. Sie gaben es mir zum Lesen und ich spionierte, ob sie es vielleicht schon jemandem angeboten hatten. Ich erfuhr, dass sie das Drehbuch dem Menzel angeboten hatten, nicht dass der es absolut nicht gewollt hätte, aber er war von dem neuen Dramaturgen Toman etwas zur Seite geschoben worden. Ich wollte es nicht einfach so an mich reißen, und so habe ich Jirka angerufen und gefragt, ob er es wirklich nicht machen will. Und er hat gesagt: „Ich weiß nicht, wie das wäre, dreh‘ das lieber du.“ Ich denke, wenn Menzel es gedreht hätte, wäre das ein ganz anderer Film geworden.

Und vielleicht wäre er auch nicht im Winter gedreht worden, oder?
Das wohl nicht, weil ich diese Idee, die Handlung in den Winter zu verlegen, aus wirtschaftlichen Gründen von deutscher Seite bekam. Ursprünglich hatte ich nämlich für den Film elend wenig Geld bekommen, und Ota Hoffmann hatte sich entschieden, das Drehbuch übersetzen zu lassen und in Deutschland anzubieten, um damit irgendwelche Co-Produzenten aufzutreiben. Das gelang; aus Deutschland meldeten sich bald welche, die großes Interesse hatten, und die dafür eine Million deutsche Ostmark hatten, was für uns drei Millionen Kronen waren. Ich war zufrieden, weil ich schon eine angelaufene Zusammenarbeit mit Teodor Pištěk hatte, mit dem ich es in eine stilisierte Renaissance-Form bringen wollte, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich wollte auch, dass die Musik dazu Karel Svoboda machte, mit dem ich schon gute Erfahrungen gemacht hatte. Der hatte erklärt, dass er annimmt aber gleich geäußert, dass es gut wäre, wenn den Haupt-Song Karel Gott sänge, der ein Liebling des deutschen Publikums war. Ich stimmte zu, aber unter der Bedingung, dass es eine Melodie sein muss, die dann auch die Zuschauer singen können, wenn sie ins Kino gehen … So hatten wir also Geld und ein ordentliches Budget, aber die Sache hatte noch einen Haken. Die Deutschen wollten im Winter in ihren Ateliers drehen, um sie auszunutzen, und dann das Drehen für vier Monate unterbrechen und warten bis die Natur erblüht. In diesem Augenblick war ich aber etwas aufgebracht, weil ich mit erhobener Stimme erklärte, dass der Herr Direktor wohl nicht mehr ganz dicht sei. Nach meinen bisherigen Erfahrungen wäre das nämlich Selbstmord gewesen, viel Geld zu investieren, wenn dann eventuell etwas passiert wäre. In vier Monaten hätte eine Menge Sachen passieren können, jemand hätte sich ein Bein brechen könne, und das schon fertige Material hätte noch einmal mit anderen Schauspielern gedreht werden müssen. Das konnte ich nicht riskieren, so dass wir uns dann entschlossen haben, das Ganze im Winter zu drehen.

War es schwierig in der Kälte zu drehen?
So schlimm war es auch wieder nicht. Es wurde ja nur ein paar Stunden lang gedreht, solange es hell war, d.h. zwischen zehn Uhr und drei Uhr oder halb vier, wegen des späteren Aufgangs und früheren Untergangs der Sonne. Wir erlebten auch Arbeit bei Frost und bis zum Gürtel im Schnee, so dass ich gleich im Anschluss an den Film zu einer Gallenblasen-Operation ging.

Wie das denn?
Es gabe damals kein Catering oder so etwas Ähnliches. Wer es nicht schaffte, sich zwei Brötchen und ein Stück Wurst für die Tasche zu kaufen, der hatte einfach nichts zu essen. Die Deutschen achteten zwar auf die Einhaltung der Pause für das Mittagessen, aber das galt hauptsächlich für die Zeit der Arbeiten im Atelier, wo man sich in Ruhe Zeit lassen konnte, um tatsächlich acht Stunden zu drehen. Das aber ging in der Natur nicht. Und ich habe mir dabei die Innereien so durcheinander gebracht, dass sich ein Stein gebildet hatte und die Gallenblase raus musste. So war das Jahr 1973 für mich das Jahr, in dem die Premiere von Aschenbrödel stattfand, und der zweite schwerwiegende Moment war die Gallenblasen-Operation, genauer gesagt deren Entfernung, denn sie behielten sie. So dass ich mich dann entschloss, dass ich nie mehr einen Winterfilm drehen werde. Aber ich hatte mir das selbst zuzuschreiben.

Sie haben darüber gesprochen, dass die Norweger eine Neuverfilmung von Aschenbrödel wollen, das wäre aber nicht Ihr erstes Remake. Es sollte doch auch von „Wer will Jessie töten?“ gemacht werden. Wie war das damals?
Ich hatte das Glück, dass ich Filme so zu drehen verstand, dass sie auch international zu verstehen waren. Für zwei Komödien erhielt ich zwei große Preise auf internationalen Festivals, die Filme wurden ins Ausland verkauft, und der Erfolg war riesig. Aus New York kam der amerikanische Produzent William Snyder und verkündete, dass er ein Interesse daran hätte ein Remake von „Jessie“ zu machen. Er begriff nur nicht, warum wir das schwarz-weiß gedreht hatten, weil doch in Amerika kein Mensch mehr Schwarzweißfilme sehen will.
Das Remake sollte also in Farbe sein, und er lud mich und Macourek für zweieinhalb Monate nach Amerika ein, um dort am Drehbuch zu arbeiten. Er stellte für uns auch noch seinen Freund und Drehbuchschreiber an, der uns mit den amerikanischen Gegebenheiten vertraut machen sollte. Er hieß Stuart Hample, war auch Maler und Illustrator. Seinen Namen haben wir später im Film „Mein Herr, Sie sind eine Witwe“ ausgeliehen, als wir nach ihm die Gestalt des Astrologen benannten, den Hrzán spielt. Und nebenbei habe ich letztes Jahr von einem Enkel ein großformatiges Buch mit Witzen von Woody Allen bekommen, das gerade dieser Stuart Hample illustriert hat. Ich schaute darauf und war überrascht, aber dann erinnerte ich mich, dass dieser Stuart sich damals über einen Freund geäußert hatte, dessen Name zu dieser Zeit uns allerdings nichts gesagt hatte. Dass dieser Freund immer einen Witz auf der Zunge hätte, dass er daraus einen gezeichneten Witz mache und ihn dann an Zeitungen und Zeitschriften verkaufe. Und dieser Freund, der diese Witze erzählt hatte, das war Woody Allen.

Wie verlief denn so Ihre Arbeit am Drehbuch damals in Amerika?
Wir hatten eine Menge Zeit. Hample sagte zu uns: „Aber, meine Herren, Wie werden doch nicht daran gewöhnt sein, täglich acht Stunden am Drehbuch zu arbeiten?! Das geht doch nicht, eine solche
Arbeit macht man höchstens drei Stunden am Tag!“ Das hielt er auch ein, er kam zu uns für drei Stunden, dann lud er uns auf Long Island zum Ausprobieren ein, denn er musste dringend seine neue Jacht testen, die er noch auf Garantie hatte. Dazu besuchte uns jeden Tag zur Mittagszeit in unserem Appartment am Park der Produzent Snyder selbst, der in der Nähe ein Büro hatte und lud uns zum Mittagessen ein, wobei wir uns das Restaurant aussuchen konnten, das wir schon aus der Literatur kannten. Und als wir dann nach Prag zurückkamen, erledigte uns Snyder die Reiseformalitäten für die Reise über Montreal, wo gerade die Weltausstellung stattfand. Dazu kam noch ein Zwischenaufenthalt in London, weil wir erklärt hatten, dass wir durch den Flug über den Ozean ermüdet seien und etwas Erholung bräuchten. Dort besuchten wir Olga Schoberová, die gerade einen englischen Film drehte. Der fiel zwar schrecklich aus, hatte auch fürchterliche Kritiken, aber ihr war das egal. Sie spielte ihre Rolle zu Ende, nahm das Geld mit und fuhr heim.

So war also die Arbeit am Drehbuch in New York eine absolute Traumarbeit, oder? Reizte es Sie nicht in Amerika zu bleiben?
Überhaupt nicht, das ist keine Heimat für einen tschechischen Patrioten. Also eigentlich schon, weil da schon eine Menge von uns leben, aber wir sagten uns „nein“. Ich hatte dann noch einmal die Möglichkeit, das war 1969, als ich mit meiner Frau und den beiden Töchtern nach München fuhr. Wir wohnten bei dem Freund und Fotografen Honza Pařík, der uns dorthin eingeladen hatte. Abends ging ich mit Honza ins Wirtshaus, wo sich die Filmleute trafen. Dort traf ich Leute, die ich schon kannte, die immer wieder zu uns auf’s Festival nach Karlsbad gekommen waren, und dabei sagte ich dann zu ihnen: „Jungs, ich habe ein hergerichtetes Drehbuch für eine prima Komödie! Das war „Mein Herr, Sie sind eine Witwe.“ Aber selbstverständlich habe ich ihnen nicht genau gesagt, worum es dabei geht. Und sie darauf: “Weißt du was, dreh‘ das doch zu Hause, wir schlagen uns hier um Arbeit.“ Und das war es dann. Dann ging ich heim und sagte zu meiner Frau: „Hier ist alles zugemauert, fahren wir heim…

Wie ist das schließlich ausgegangen mit diesem amerikanischen Remake?
Es kam nicht zustande. Aber noch eine Sache muss ich Ihnen erzählen. Als das Drehbuch schon fast fertig war, kam plötzlich William Snyder zu uns ins Hotel und sagte: „Jungs, ich habe für euch eine sensationelle Nachricht!“ Und er erzählte uns, dass es in Hamburg eine Firma gibt, die mit eigenartigen Tieren handelt, die sie für Zirkusse vorbereitet. Sie haben Löwen, Giraffen, Tiger … und gerade dort ist eine totale Neuigkeit ans Licht gekommen – ein trainiertes Flusspferd, das angeblich sensationelle Sachen kann. „ Ich hätte es gerne auf der Karlsbrücke“, sagte Snyder, „und zwar so, dass im Hintergrund der Hradschin zu sehen ist, und dahin geht dieses
Flusspferd und trifft sich mit Jessie …“. So haben wir ihm halt den Wunsch erfüllt und das Flusspferd ins Drehbuch reingeschrieben.
Aber der Film entstand sowieso nicht, denn als Snyder am 21. August
1968 nach Prag kam, um für den Film verschiedene Sachen zu erledigen, da schaute er am Morgen aus dem Fenster des Alcron, und da stand nun eine Kolonne von Panzern … Als er sich wieder gefangen hatte, rief er die Botschaft an, damit sie ihm einen Wagen mit Diplomaten-Kennzeichen schickten und fuhr damit zum Flughafen. Dort filzten sie ihn, die Limousine fuhr weg, und er blieb dort mit seinem Koffer drei Tage, weil die Russen alle Flüge gestoppt hatten. Drei Tage lang schlief er auf dem Fußboden, bis schließlich ein Steward zu ihm kam und sagte: „Ich habe herausgefunden, dass ein erstes Flugzeug startet, das die Russen zulassen, aber es fliegt nach Kopenhagen.“ Und Snyder darauf: „Das ist egal, Hauptsache ich verschwinde hier.“ Ab dann haben wir nur mehr miteinander telefoniert und uns geschrieben, getroffen haben wir uns nicht mehr.

Sie haben jetzt ein neues, bereits begonnenes Projekt – die Goldhaarige. Wie sieht es damit aus?
Das Drehbuch hat Lucie Konášová nach der Vorlage von Erbens
Goldhaariger geschrieben. Als sie es mir zum Lesen gegeben hatte, sagte ich mir: Jetzt habe ich schon acht Märchen gedreht, warum sollte ich also nicht noch ein neuntes machen? Keineswegs jedoch habe ich mich geradezu danach gedrängt, aber ich sagte mir, wenn dahinter eine ordentliche Produktion steht, dann wird es gehen. Lucie hat nämlich für den Film schon Produzenten aufgetrieben. Sie nennen sich Three brothers, und im Grunde ist es eine Clique von Requisiteuren, die historische Waffen für Dreharbeiten hergestellt haben. Und die trauen es sich zu, dass sie das realisieren. So habe ich mir also gesagt, ja, das Ding kann man drehen…So habe ich das mit Miloš Kopecký immer formuliert – Ich habe ihm das Drehbuch geschickt, damit er es sich durchliest, und dann hat er mich drei Tage später angerufen und gesagt: „Herr Regisseur, da kann man einen Film danach drehen.“ Das bedeutete, dass er die Rolle annimmt.

Die Goldhaarige wird also gedreht werden?
Ich habe gesagt, dass ich das erst in dem Augenblick annehme, wenn sie mir beweisen, dass sie das Geld dafür haben. Und dieses Märchen schätze ich so auf 50 Millionen (Kronen). Sobald sie also diesen Betrag beisammen haben, sollen sie sich melden. Und nun haben sie mich gerade vor ein paar Tagen angerufen, dass sie sich langsam dieser Zahl nähern, also dass sich etwas bewegt.

Haben Sie denn schon über die Besetzung nachgedacht?
Wir haben sogar schon vorläufige Wettbewerbe veranstaltet und uns Mädchen und Jungen angesehen, die auf ein Casting-Angebot reagiert hatten. Ich habe gleich mit ihnen kleinere Szenen auf Video gedreht und denke, dass ich daraus gut auswählen kann. Aber dass ich ausdrücklich über eine von ihnen sprechen könnte, die als Goldhaarige in Frage käme, das vorerst noch nicht. Wir werden sehen.
HEDVIKA PETRŽELKOVÁ
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Re: Diverses Material zum Film

Beitragvon Erlenkoenig » Mittwoch, 12. April 2017, 19:37:12

Das Interview ist toll! Immer wieder hat Herr Vorlicek ertwas neues zu erzählen. :)
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